[Bild: Aktuelle News von zebis!]
Seminar in Auschwitz
Zum nunmehr siebten Mal widmeten sich Ende November 2018 30 Offiziere aus Deutschland, Frankreich und Polen dem „Umgang mit der gewaltbelasteten Vergangenheit von Auschwitz“. An diesem besonderen und sehr berührenden Ort wurden Fragen der Vergangenheitsbewältigung und –aufarbeitung, Fragen nach den Tätern und von Traumatisierungen interdisziplinär und international behandelt. Die Führungen durch das Stammlager Auschwitz und das Vernichtungslager Birkenau machten die Dimension der Vernichtungsmaschinerie und die absolute Entwürdigung von Menschen – ja, die Verneinung des Menschseins für bestimmte Personengruppen – deutlich. Besonders die Gespräche mit Zeitzeug*innen ließen den Alltag in dem Grauen der Konzentrations- und Vernichtungslager greifbar werden.
Deutlich wurde allen Teilnehmern*innen, wie wichtig gerade mit dem Wissen um derartige Verbrechen der Austausch zwischen den Nationen ist und dass die Würde des Menschen unantastbar ist. 

„Moral Injury – Moralische Verletzung. Verwundbare Werte?“

Zum dritten Mal fand an der Katholischen Akademie in München am 28. November ein ganztägiges medizinethisches Symposium statt – als Kooperation vom zebis, der Sanitätsakademie der Bundeswehr und dem Fachzentrum ZH Militärmedizinethik. Hier sollte ein der posttraumatischen Belastungsstörung verwandter Symptomenkomplex aus psychiatrischer und medizinethischer Sicht näher beleuchtet werden. Dazu konnte für das Eingangsreferat vor über 100 Teilnehmenden Oberstarzt PD Dr. Peter Zimmermann gewonnen werden. Er ist Leiter des Zentrums für Psychiatrie und Psychotraumatologie am Bundeswehrkrankenhaus Berlin. Am Nachmittag gab es zwei Arbeitsgruppen zu völkerrechtlichen und medizinethischen Aspekten des Themas. Das Symposium endete mit einer Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse im Plenum, in der noch einmal deutlich wurde, wie komplex die Herausforderungen durch „Moral Injury“ für den Einsatz von Soldat*innen sind.
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Neues internationales E-Journal „Ethik und Militär“
Die neue Ausgabe von Ethik und Militär nimmt die vielbeschworene Idee einer europäischen Armee in den Blick. Nach Dekaden bloßer Absichtserklärungen in politischen Sonntagsreden, scheint die militärische Integration Europas nun in konkreten Projekten tatsächlich Fahrt aufzunehmen. Sind wir auf dem Weg zu einer „Armee der Europäer“? Was dafür und was dagegen spricht, beleuchten die Autor*innen dieser Ausgabe. Ebenso wird die Bedeutung der militärischen Integration für das „Friedensprojekt Europa“ bewertet, sowie Möglichkeiten eines gemeinsamen militärischen Selbstverständnisses in Europa umrissen.

„Militärseelsorge und Ethik-Unterricht in anderen Streitkräften: Die Schweiz“
Unter diesem Titel führte das zebis Anfang Dezember eine Fortbildung für das Katholische Militärdekanat Kiel in Hamburg durch. Eingeladen waren der Leiter der Armeeseelsorge in der Schweiz, Stefan Junger, sowie Dr. Florian Demont, der an der Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich u. a. als Dozent für Militärethik tätig ist. Beide berichteten anschaulich über die „ganz anderen Gegebenheiten“ in der Schweiz, über die Milizarmee, machten aber auch deutlich, dass es auch dort um die Vermittlung von ethischen Standards und die Begleitung von Bürger*innen in den Streitkräften geht. Ein intensiver Dialog über Gemeinsamkeiten und Unterschiede schloss sich an und man kam schließlich überein: Der Dialog sollte fortgesetzt werden!


Dies ist der letzte Newsletter vom zebis im Jahr 2018. Wir bedanken uns herzlich für die vielfältige Zusammenarbeit, für das Interesse und für die große Unterstützung aus ganz unterschiedlichen Bereichen.
Mit dem Hoffnungswort des Propheten Jesaja: „Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende“ (Jes 9,6) wünschen wir aus Hamburg frohe Weihnachtstage und ein gesegnetes Jahr 2019.
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